Oftmals haben Fotos einen Farbstich. Zum Beispiel wenn man Nachtaufnahmen in der Stadt macht, sind die Bilder meist rötlich, was auf die Laternen und Lichter zurückzuführen ist. Hat das Foto einen Farbstich, fällt es aber oft nicht auf, erst wenn man ihn entfernt hat. Dann ist der Unterschied groß. Es geht darum, die Farben einfach so echt wie möglich darzustellen.

Die wohl einfachste Möglichkeit ist es wohl, in Photoshop oder Lightroom mit dem Weißabgleich entgegen zu wirken. Ist das Bild in RAW aufgenommen, wird das RAW Modul in Photoshop automatisch geöffnet, sobald man das Foto per Drag & Drop hineinzieht, oder es über das Menü öffnet.

Ist „nur“ ein JPEG vorhanden, gibt es einen Trick, dieses trotzdem mit dem RAW Dialog zu bearbeiten.

Camera RAW

 

In Photoshop auf Datei -> Öffnen als… -> Dann im neuen Fenster rechts unten Camera RAW auswählen. Nun das gewünschte JPEG auswählen und öffnen.

Noch einfacher ist es, das JPEG einfach in Photoshop zu laden und den Camera RAW Filter zu benutzen.

Ob man das Bild nun in Photoshop oder Lightroom anpasst, ist im Prinzip egal, da das RAW Modul das gleiche ist. Hier muss man nach seinen eigenen Vorlieben entscheiden. Die Option für den Weißabgleich findet ihr ganz oben. Hier gilt: einfach ausprobieren und den Regler herumschieben, bis es passt. Zusätzlich kann auch noch der darunterliegende Regler „Tint“ verwendet werden.

Graupunkt ermitteln

Mit dieser Methode kommt man jedoch schnell an seine Grenzen. Eine bessere Möglichkeit ist es, den Graupunkt des Bildes zu ermitteln und Photoshop den Rest erledigen zu lassen. Somit ist eine exaktere Anpassung gegeben.

  1. Neue ebene erstellen und per Shitft + F5 mit 50% Grau füllen
  2. Überblendmodus von Normal auf Differenz stellen
  3. Neue Einstellungsebene „Schwellenwert“ erstellen und den Regler etwa auf den Wert 10 verschieben. Nun werden nur noch wenige Bereiche schwarz dargestellt.
  4. Sucht den dunkelsten Bereich, wählt das Werkzeug „Farbaufnehmer“ (auf Pipette lang klicken und das 3. Werkzeug in der Liste auswählen) und markiert ihn damit. Dieser Punkt ist nun gespeichert.
  5. Die zwei zuvor erstellten Ebenen mit der 50% Graufüllung und Schwellenwert können nun wieder gelöscht werden.
  6. Neue Einstellungsebene „Gradationskurven“ erstellen.
  7. Jetzt kommt der spannende Teil: In den Optionen von Gradationskurven sind drei Pipetten zu sehen. Benötigt wird die mittlere, um den Graupunkt zu setzen. Diese Pipette also auswählen und den zuvor gespeicherten Punkt anklicken.
  8. Man sieht sofort eine Veränderung im Bild. In diesem Beispiel ist es ein roter Schleier, der entfernt wurde. Der Effekt ist jedes Mal verblüffend, da der Farbstich eben oft nicht auffällt.